Das Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist für die meisten B2B-Mittelständler der unterschätzte Sichtbarkeits-Hebel. Es ist kostenlos, es ist in 20 Minuten grundoptimiert, und es entscheidet darüber, ob Sie in der Karte und im lokalen Suchblock auftauchen, wenn jemand „IT-Dienstleister Filderstadt”, „Steuerberater Esslingen” oder „Industriereinigung Stuttgart” sucht.
Warum das Profil so wichtig ist
In den lokalen Suchergebnissen zeigt Google nicht die zehn besten Websites. Es zeigt drei Unternehmenseinträge in der Karte und darunter die organischen Ergebnisse. Wer in dieser Karte nicht auftaucht, ist für viele Suchanfragen praktisch unsichtbar — selbst mit guter Website. Das Profil ist die Eintrittskarte.
Die Schritt-für-Schritt-Optimierung
1. Profil beanspruchen oder neu erstellen
Wenn Ihr Unternehmen bereits existiert, suchen Sie zuerst, ob ein Profil ungeclaimt vorhanden ist. Wenn ja: beanspruchen (Verifizierung per Postkarte, Telefon oder Video). Wenn nicht: über business.google.com neu anlegen.
2. Korrekte Hauptkategorie wählen
Die Hauptkategorie ist der mit Abstand wichtigste Rankingfaktor im Profil. „Beratungsunternehmen” ist zu unspezifisch. „IT-Dienstleister”, „Steuerberater”, „Werbeagentur”, „Industriedienstleister” — wählen Sie die Kategorie, die genau das beschreibt, womit Sie hauptsächlich Geld verdienen. Bis zu neun weitere Nebenkategorien dürfen ergänzt werden.
3. Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten exakt
Format der Adresse identisch zur eigenen Website und zum Impressum. „Straße 11” und „Str. 11” sind für Google nicht dasselbe. Telefonnummer ohne Umleitungen. Öffnungszeiten realistisch — wer am Freitag eigentlich nur bis 14 Uhr erreichbar ist, sollte das nicht als „18 Uhr” stehen lassen.
4. Beschreibung schreiben
Maximal 750 Zeichen, neutraler Ton, keine Werbesprache. Beschreiben Sie: Was Sie machen, für wen Sie es machen, in welcher Region. Vermeiden Sie Marketing-Floskeln — Google bevorzugt sachliche Beschreibungen, und der Nutzer auch.
5. Mindestens zehn echte Fotos hochladen
Außenansicht, Innenansicht, Team, Produkte oder Maschinen, Beispiele Ihrer Arbeit. Keine Stockfotos. Keine Logos in Bildformat — Logos kommen ins Logo-Feld. Echte Fotos signalisieren Google und Nutzer: dieses Unternehmen ist real, nicht nur eine Briefkastenadresse.
6. Leistungen und Produkte pflegen
Im Bereich „Leistungen” pflegen Sie eine strukturierte Liste mit Beschreibungen — das ist sowohl Inhalt für Google als auch Orientierung für Nutzer.
7. Beiträge regelmäßig veröffentlichen
Profil-Beiträge sind kurze Statusmeldungen — neue Referenz, Termin, Branchenthema. Sie laufen nach sieben Tagen aus. Wer alle zwei bis vier Wochen einen Beitrag setzt, signalisiert Aktivität und bekommt mehr Profilbesuche.
8. Fragen und Antworten beobachten
Im Profil können beliebige Nutzer Fragen stellen — und beliebige andere antworten. Wenn Sie selbst nicht antworten, antworten irgendwann Fremde. Beobachten Sie diese Sektion mindestens einmal pro Woche.
Die Bewertungs-Mechanik
Bewertungen sind im B2B-Bereich der mit Abstand stärkste Konversions-Hebel. Sie wirken auf zwei Ebenen:
- Ranking: Anzahl, Aktualität und Bewertungstext fließen in das Ranking ein.
- Vertrauen: Wer zwischen zwei Anbietern wählt, wählt fast immer den mit echten, aktuellen Bewertungen.
Aktiv einsammeln: nach erfolgreichem Projekt persönlich um eine kurze Bewertung bitten, idealerweise mit Direktlink. Antworten Sie auf jede Bewertung — auch auf negative, sachlich. Wer auf eine 1-Stern-Bewertung souverän reagiert, gewinnt mehr Vertrauen als jemand, der nur 5-Sterne sammelt.
Häufige Fehler
- Kategorie zu allgemein. „Unternehmen” oder „Beratung” reicht nicht — Sie ranken dann für nichts Konkretes.
- Doppelte Einträge. Wenn das Unternehmen umgezogen ist und der alte Eintrag noch existiert, verwirrt das Google. Alten Eintrag schließen, nicht löschen.
- Inkonsistente Daten. Adresse auf der Website anders geschrieben als im Profil — Google misstraut.
- Stockfotos. Sofort erkennbar, wirkt unecht.
- Keine Reaktion auf Bewertungen. Wirkt, als würde sich niemand um das Profil kümmern.
Checkliste
| Bereich | Fertig? |
|---|---|
| Profil verifiziert | ☐ |
| Hauptkategorie spezifisch | ☐ |
| 2–5 Nebenkategorien gesetzt | ☐ |
| Adresse, Telefon, Öffnungszeiten exakt | ☐ |
| Beschreibung sachlich, max. 750 Zeichen | ☐ |
| ≥10 echte Fotos hochgeladen | ☐ |
| Leistungen strukturiert gepflegt | ☐ |
| Erster Beitrag veröffentlicht | ☐ |
| Bewertungs-Direktlink im Newsletter-Footer | ☐ |
| Fragen-Sektion abonniert | ☐ |
FAQ
Wie lange dauert die Verifizierung? Per Postkarte typischerweise 5–14 Tage. Per Video oder Telefon meist innerhalb von 48 Stunden.
Was tun, wenn ein Konkurrent uns negativ bewertet, ohne Kunde gewesen zu sein? Sie können die Bewertung melden („Verstoß gegen Richtlinien”). Erfolg liegt erfahrungsgemäß bei 40–60 % — viel hängt davon ab, wie offensichtlich der Verstoß ist. Parallel sachlich öffentlich antworten.
Sollten wir mehrere Profile für mehrere Standorte führen? Ja, sofern jeder Standort eine eigene Adresse mit eigener Telefonnummer und eigenem Personal hat. Sonst nicht — Scheinstandorte werden von Google erkannt und abgewertet.
Wie oft sollten wir das Profil pflegen? Mindestens einmal pro Monat: neue Fotos, neuer Beitrag, Bewertungen beantworten. Mehr ist besser, wenn der Bedarf gegeben ist.
Wie wir das einsetzen
Bei vielen Kunden ist die Optimierung des Google-Unternehmensprofils der erste Hebel, den wir ziehen — er ist schnell, kostengünstig und wirkt unmittelbar. Im Rahmen der Leistungen Websites & SEO richten wir das Profil ein, dokumentieren die Pflege und übergeben es so, dass Sie es selbst weiterführen können. Wenn Sie sich grundsätzlich fragen, wie regionale Sichtbarkeit aufgebaut wird, lesen Sie auch SEO für regionale Dienstleister in Stuttgart.