Die ehrliche Antwort auf „Was kostet eine Firmenwebsite?” lautet: zwischen 4.000 € und 50.000 € — und der Unterschied liegt nicht im Aussehen. Wer einen Festpreis nennt, ohne den Umfang zu kennen, verkauft entweder ein Template oder verschiebt Kosten in spätere Änderungswünsche. Damit Sie eine seriöse Einschätzung Ihres Projekts vornehmen können, sortieren wir Preisbänder, Treiber und versteckte Folgekosten.
Drei realistische Preisbänder im Mittelstand
| Band | Typischer Umfang | Investition |
|---|---|---|
| Klein | 5–8 Seiten, ein Leistungsfeld, ein Standort, Basis-SEO, Kontaktformular. | 4.000 – 9.000 € |
| Mittel | 12–25 Seiten, mehrere Leistungen, mehrere Standorte, strukturiertes Content-Modell, Blog, Referenzen. | 9.000 – 22.000 € |
| Groß | Eigene Funktionen, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen zu CRM oder ERP, Karriereportal, redaktionelle Workflows. | 22.000 – 50.000 € |
Diese Bänder sind keine Preislisten — sie sind Orientierung. Zwei Projekte mit identischer Seitenzahl können sich um den Faktor zwei unterscheiden, je nachdem, wie viel Inhaltsarbeit, Konzeption und Individualität dahinterstecken.
Die fünf echten Kostentreiber
- Inhaltsarbeit. Wer schreibt die Texte? Liegen Fotos vor? Gibt es Referenzkunden, die genannt werden dürfen? Inhalte sind in jedem Projekt der größte versteckte Posten — entweder beim Kunden oder beim Dienstleister.
- Tiefe der Struktur. Eine Leistung pro Seite, mehrere Branchen, mehrere Regionen, Mitarbeiterprofile, Karriereseiten — jede zusätzliche Ebene kostet Konzeption und Pflegeaufwand.
- Individuelle Funktionen. Konfiguratoren, Preisrechner, Login-Bereiche, Buchungssysteme oder Schnittstellen zu Drittsystemen verdoppeln den Umfang schnell.
- Mehrsprachigkeit. Eine echte zweite Sprache kostet nicht „nur Übersetzung”, sondern Pflege auf Dauer. Faustregel: rechnen Sie 60–80 % der Originalkosten zusätzlich, wenn jede Seite gepflegt werden muss.
- Technische Anbindungen. CRM-Anbindung, DSGVO-konformes Tracking, Marketing-Automation oder ein Bewerbermanagement bringen je nach Tiefe zwischen 1.500 € und 8.000 € zusätzlich mit.
Was selten genannt wird: laufende Kosten
Eine Website ist kein Möbelstück. Sie hat einen Restwert von null, wenn sie nicht gepflegt wird. Realistisch sollten Sie pro Jahr einrechnen:
- Hosting und Domain: 60 – 400 €.
- Updates, Sicherheits-Patches, kleine Anpassungen: 600 – 3.000 €.
- Inhaltliche Pflege (neue Referenzen, Texte, Bilder): 1.000 – 6.000 €.
- Optional SEO-Begleitung: 200 – 1.500 € pro Monat.
Wer diese laufenden Kosten von Anfang an einplant, kauft anders ein als jemand, der nur die Einmalinvestition betrachtet.
Typische Fehlkalkulationen
- „Wir nehmen das günstigste Angebot.” Wenn der Preis bei vergleichbarem Umfang um Faktor drei abweicht, wird der Umfang nicht vergleichbar sein. Lesen Sie Pflichtenheft und Leistungsbeschreibung Wort für Wort.
- „Wir schreiben die Texte selbst.” In 80 % der Projekte zieht das den Termin um Wochen oder Monate. Wer schreibt, wann liegt der erste Entwurf vor, wer redigiert?
- „Hauptsache Wordpress.” Das ist eine Plattform-Wahl, keine Lösung. Entscheidend ist, wer pflegt, wie aktualisiert wird, wie Backups laufen, ob ein Lock-in entsteht.
- „Wir machen erst mal eine Onepage.” Für Mittelständler mit mehr als einer Leistung ist das fast immer eine teure Zwischenstufe — sie schafft keine Suchsichtbarkeit und muss in 12–18 Monaten ohnehin ersetzt werden.
Wann sich welches Band lohnt
- Wenn Sie genau eine Leistung anbieten und keine differenzierte Lead-Generierung brauchen, reicht das kleine Band.
- Wenn Sie mehrere Leistungsfelder haben, regional sichtbar sein wollen und Anfragen über die Website ein relevanter Vertriebskanal werden sollen, ist das mittlere Band Pflicht.
- Das große Band lohnt sich, wenn die Website Teil eines Geschäftsmodells ist — etwa als Konfigurator, Buchungssystem oder Recruiting-Plattform.
Wie wir intern kalkulieren
Wir arbeiten nicht mit Festpreisen vor dem Kennenlernen. Stattdessen sprechen wir 30 Minuten über Ziel, Umfang und Pflichten — danach liegt ein transparentes Angebot mit klaren Posten vor. Mehr zur Arbeitsweise und zu unserer Position Websites & SEO.
FAQ
Wie teuer ist die günstigste seriöse Website? Unter etwa 4.000 € wird es schwierig, wenn echte Beratung, Konzeption und ordentliche technische Umsetzung enthalten sein sollen.
Lohnt sich ein Baukasten-System wie Wix oder Jimdo? Für Einzelunternehmer mit minimalem Anspruch ja. Für Mittelständler in der Region Stuttgart selten — Baukästen begrenzen Struktur, SEO und Geschwindigkeit ab dem Moment, wo Wachstum kommt.
Können wir mit einem Festpreis arbeiten? Ja, sobald der Umfang klar ist. Festpreis vor der Konzeptphase ist immer Schätzung — und der Anbieter schlägt das Risiko entweder im Preis auf oder im Streit über Zusatzleistungen aus.
Wie verhindern wir, dass wir später auf den Dienstleister angewiesen sind? Indem die Anforderung „ohne Lock-in” Teil des Angebots ist. Eigener Code, dokumentierte Übergabe, gängige Plattform. Das ist eine Frage, die Sie vor der Beauftragung stellen sollten — siehe auch Softwareentwicklung ohne Lock-in.
Wenn Sie konkret kalkulieren wollen, reicht ein kurzes Telefonat. Sie erhalten eine seriöse Einordnung ohne Verpflichtung.