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Was kostet externe IT-Betreuung im Mittelstand wirklich?

Realistische Preisbänder, was im Preis enthalten ist und was Anbieter typischerweise verstecken — eine ehrliche Orientierung für KMU.

Veröffentlicht
22. Februar 2026
Autor
Jakub Kaczor
Lesezeit
9 Min.
Aktualisiert
19. Mai 2026
Symbolbild Kosten IT-Betreuung

Die meisten Angebote für IT-Betreuung sind schwer vergleichbar — und das ist kein Zufall. Die Bandbreite reicht von 15 € pro Arbeitsplatz und Monat bis 90 € und mehr, bei vermeintlich gleicher Leistung. Wer mehrere Angebote nebeneinanderlegt, sieht: enthalten ist sehr Unterschiedliches. Hier die ehrliche Einordnung — Preise, Treiber, versteckte Posten.

Drei realistische Preisbänder

ModellWas üblich enthalten istPro Arbeitsplatz / Monat
BasisMonitoring, Updates, Helpdesk per E-Mail, ein Reaktionsfenster pro Werktag.19 – 35 €
StandardPlus Telefon-Support, klare Reaktionszeiten, Endgeräte-Schutz, monatlicher Bericht.35 – 60 €
VollservicePlus garantierte Reaktionszeit, Vor-Ort-Einsatz, Patch-Management, Backup-Überwachung, fester Ansprechpartner.55 – 90 €

Diese Bänder sind keine Festpreise — sie sind Orientierung für realistische Marktpreise im KMU-Bereich (10 bis 80 Endgeräte). Wer für Vollservice 19 € verspricht, hat irgendwo versteckte Kosten: meist beim Stundensatz, in Sonderaufgaben oder im Lock-in.

Was üblicherweise zusätzlich kommt

Ein monatlicher Pauschalpreis pro Arbeitsplatz deckt selten alles ab. Diese Posten werden typischerweise gesondert berechnet:

  • Server-Betreuung: zwischen 80 € und 250 € pro Server und Monat.
  • Firewall, Switche, Netzwerk-Hardware: 30 – 100 € pro Gerät und Monat.
  • Projekte über Standardbetrieb hinaus: Stundensatz, typischerweise 95 – 145 € pro Stunde.
  • Vor-Ort-Einsätze außerhalb der Pauschale: Stundensatz plus ggf. Anfahrt.
  • Sonderprojekte: Office-Migration, neue Telefonanlage, Server-Wechsel — auf Angebot.

Die fünf größten versteckten Kostentreiber

  1. Lange Vertragslaufzeiten mit Preisindexierung. Drei- oder fünfjährige Verträge mit jährlicher Anpassung an „den Verbraucherpreisindex” sehen klein aus, summieren sich über die Laufzeit aber auf 15–25 % Mehrkosten.
  2. Kündigungsfristen mit drei Monaten zum Jahresende. Verlängert die Bindung faktisch um bis zu fünfzehn Monate, wenn man knapp am Stichtag vorbeikommt.
  3. Lizenzaufschläge. Office 365, Backup-Software, Antivirus über den Anbieter beziehen ist bequem, aber häufig 10–20 % teurer als direkt — und schafft Lock-in.
  4. Mindestabnahme. „Pauschal pro Monat” gilt oft erst ab z. B. 10 Endgeräten — kleinere Unternehmen zahlen den Mindestpreis.
  5. Eskalationsstufen. Reaktionszeit „innerhalb 24 Stunden” klingt zumutbar — bis es um den Produktionsausfall an einem Freitag um 16 Uhr geht.

Was Sie vor der Unterschrift prüfen sollten

FrageWas Sie hören wollen
Wie schnell reagieren Sie bei einem Ausfall?Konkrete Zeit, schriftlich, mit Eskalationsstufen.
Was ist nicht im Preis enthalten?Klare Liste — keine ausweichenden Formulierungen.
Wer ist mein fester Ansprechpartner?Ein Name, kein Ticket-System ohne Mensch.
Wie sieht der Übergang aus, wenn wir später wechseln wollen?Dokumentation, Passwortübergabe, klare Frist — keine Drohgebärden.
Auf wessen Namen laufen Lizenzen, Domains, Cloud-Konten?Auf Ihrem. Immer.
Wie sieht ein Quartalsbericht aus?Beispiel anfordern — gut ist sachlich, kurz, konkret.

Wie sich der Preis im Mittelstand realistisch zusammensetzt

Beispiel: ein produzierendes Unternehmen in der Region Stuttgart mit 25 Mitarbeitern, einem Server, zwei Druckern, einer Firewall, Office 365 für alle.

  • Arbeitsplätze: 25 × ca. 50 € (Standard) = 1.250 € / Monat
  • Server: 1 × ca. 180 € = 180 €
  • Firewall: ca. 60 € = 60 €
  • Summe Pauschale: ~1.490 € / Monat
  • Projekt-Stunden (12 / Jahr im Schnitt): ca. 1.500 € / Jahr zusätzlich
  • Office-365-Lizenzen (sofern beim Anbieter): Aufschlag möglich

Effektive Vollkosten pro Mitarbeiter und Monat: in dem Beispiel ca. 65 – 70 €. Wer mit einem Angebot von 35 € pro Arbeitsplatz hereinkommt, erreicht dieses Niveau am Ende oft auch — nur in Posten verteilt, die nicht im Hauptpreis stehen.

Was sich realistisch sparen lässt

  • Hybride Modelle: interne Ansprechperson plus externer Partner. Spart 20–30 % bei mittleren KMU mit eigener IT-Kompetenz.
  • Reaktionszeiten realistisch ansetzen: Wer keine 24/7-Bereitschaft braucht, sollte sie nicht zahlen.
  • Standardisierte Hardware: einheitliche Geräte sparen Support-Aufwand spürbar.
  • Schulung der eigenen Leute: ein Tag Anwender-Schulung pro Jahr reduziert die Anzahl der Anfragen um 15–25 %.

FAQ

Lohnt sich der günstigste Anbieter, wenn die Leistung „auf dem Papier” gleich ist? Selten. Bei vergleichbarem Umfang signalisiert ein Preis 40 % unter dem Marktdurchschnitt: schlechtere Reaktionszeit, weniger erfahrenes Personal oder ein anderes Geschäftsmodell, das später wehtut.

Was zahlt eine 25-Personen-Firma im Jahr realistisch? Vollservice typischerweise 18.000 – 26.000 € pro Jahr inklusive Projektstunden. Co-Managed-Modelle 12.000 – 18.000 € — bei dann interner Stelle als Ergänzung.

Ist Pauschale besser als Stundenabrechnung? Pauschal ist meist günstiger und planbarer. Stundenabrechnung lohnt sich nur bei sehr geringem Aufkommen — wer mehr als zwei Tickets pro Mitarbeiter und Jahr hat, fährt mit Pauschale günstiger.

Können wir IT-Betreuung mit Investitionszuschüssen fördern lassen? In Baden-Württemberg gibt es Programme zur Digitalisierung, die teilweise auch Betreuungsleistungen abdecken. Bedingungen wechseln — vor Vertragsschluss prüfen.

Wie wir das machen

Wir kalkulieren transparent: ein Angebot, drei Preisspalten je Modell, kein versteckter Aufschlag, Lizenzen auf Ihrem Namen, dokumentierte Übergabe. Mehr dazu auf IT-Betreuung & Support. Wenn Sie sich grundsätzlich noch fragen, ob externe Betreuung in Ihrer Größe sinnvoll ist, hilft der Artikel Interne IT oder externer IT-Dienstleister.

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